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In einer Marktwirtschaft bestimmt die Wettbewerbsposition
eines Marktteilnehmers seinen Anteil am insgesamt
erwirtschafteten Mehrwert. Makrotrends können
zu einer diesbezüglichen Veränderung
führen sowie zu einer Bedrohung der Wettbewerbsposition
eines Marktteilnehmers durch einen Konkurrenten
beitragen. Nachhaltige Unternehmen greifen diese
Veränderung auf, indem sie die Chancen ergreifen
und die Risiken beherrschen, die sich aus makroökonomischen
Entwicklungen für einzelne Branchen ergeben.
Der erste Schritt beim Sustainability Research
besteht daher in der Identifizierung aller unter
Shareholder Value Gesichtspunkten relevanten Makrotrends
sowie den sich aus ihnen ableitenden Herausforderungen
für einzelne Branchen. Nicht alle Trends
sind wirtschaftlicher Natur. Sie können verschiedenen
Ursprungs sein – einige ergeben sich aus
Marktentwicklungen innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen,
andere betreffen die Rahmenbedingungen selbst.
Demografie – Veränderungen
im Konsum- und Sparverhalten können zu höheren
Anlagen und potenziell steigenden Einkünften
und damit zu einer Veränderung in den erzielbaren
Risiko-Rendite-Relationen führen.
Globalisierung und Marktliberalisierung
– Rückläufige Informations-
und Transportkosten erhöhen den Wettbewerb
in Produktmärkten und machen Marktflexibilität
zu einem Wettbewerbsvorteil. Die Demokratie ist
auf dem Vormarsch, was zur Verbreiterung der Bedeutung
der Menschenrechte führt und bessere Voraussetzungen
für marktwirtschaftlich orientierte Volkswirtschaften
schafft.
Umweltveränderungen –
Die globale Klimaveränderung, ob von Menschen
beeinflusst oder nicht, löst seitens des
Markts und des Gesetzgebers Druck auf kohlenstoffintensive
Branchen und Kraftstofflieferanten aus –
eine Herausforderung, die durch die demografischen
Entwicklungen in Schwellenländern noch intensiviert
wird. In sensiblen Weltregionen nimmt die Wasserknappheit
zu, zum Teil durch demografische Entwicklungen
bedingt.
Misstrauen in die Produktion entlang der
Nahrungskette – Teilweise bedingt
durch den Trend zu erhöhter Transparenz ergeben
sich für die Nahrungsmittelproduzenten und
-einzelhändler Herausforderungen entlang
der Nahrungskette. Die Landwirtschaft bildet die
Grundlage für viele Entwicklungsländer,
kann aber gleichzeitig die Ökosysteme bedrohen,
auf die sie angewiesen ist.
Ruf nach Transparenz –
Sowohl durch Regulierung als auch durch Druck
von Investoren steigen die Transparenzanforderungen
an Unternehmen. Der Trend wird durch den starken
Kostenrückgang bei der Informationsverbreitung
unterstützt.
Personalmanagement – Humankapital
ist die Schlüsselressource in einer wissensbasierten
Gesellschaft, in der Wettbewerb über Innovationen
ausgetragen wird.
Ansehen und Markenmanagement –
Die Aufrechterhaltung einer Monopolnische erfordert
die Pflege von immateriellen Vermögenswerten,
einschliesslich dem Ansehen, das auf einem angemessenen
Interessensausgleich sowie Anreizen und Kontrollen
im Verhältnis zwischen Management und Aktionären
beruht.
SAM bricht Megatrends und globale Herausforderungen
auf branchenspezifische Trends und Herausforderungen
herunter. Diese Trends und Herausforderungen beschreiben
das Umfeld für jeden Vertreter innerhalb
einer Branche. Sie beschreiben die gegenwärtige
Situation und die wahrscheinliche zukünftige
Verlaufsentwicklung. Damit liefern sie die Indizien
für die Chancen, die ergriffen werden müssen
und die Risiken, die es zu beherrschen gilt, um
nachhaltigen Wert zu schaffen.
Branchenherausforderungen können von Branche
zu Branche verschieden sein, mehr als nur eine
Branche tangieren oder alle Branchen und Sektoren
gleichermassen betreffen. Zu den Beispielen für
Herausforderungen, die alle Branchen betreffen,
zählen die Notwendigkeit einer praktikablen
Lösung des Interessensgegensatzes zwischen
Eigentümern und Managern (Principal/Agent-Problem)
durch Anreize und Kontrollen sowie die Notwendigkeit,
Humankapital effektiv und effizient zu steuern.
Best practices sind über die Branchen hinweg
sehr ähnlich. Branchenspezifische Herausforderungen
hängen von den Merkmalen der einzelnen Branche
ab. Die Herausforderungen unterscheiden sich aufgrund
von Branchenmerkmalen wie z.B. dem Grad der Regulierung,
Angebots- und Nachfragestrukturen sowie Zutrittsbarrieren.
In der Öl- & Gasindustrie, zum Beispiel,
sind die Herausforderungen eng mit der allgemeinen
Wahrnehmung von Energieknappheit und der Emission
von Treibhausgasen verknüpft. Zur Deckung
einer wachsenden Nachfrage zum Zeitpunkt, wenn
die Öl- und Gasreserven nicht mehr ausreichen,
bedarf es der Entwicklung von Innovationen. Zur
optimalen Ausschöpfung vorhandener Reserven
bedarf es der Entwicklung neuer Technologien.
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